25. Oktober 2010 - 14:41 Uhr
Diminished Reality - traue niemals deinen Augen

Diminished Reality - nichts ist, wie es scheint.

Augmented Reality, also die erweiterte Realität, wenn auch eine junge Technik, hat an der ein oder anderen Stelle ja bereits Einzug in unseren Alltag gehalten. So weisen uns z.B. Apps wie Layar in fremden Städten den Weg zur nächsten Sushi-Bar, indem wir Strassenzüge mit unserer Smartphone-Cam abfilmen. Das Videobild wird dabei in Echtzeit angereichert mit zusätzlichen Informationen, die und die Orientierung erleichtern sollen.

Den umgekehrten Weg ist man jetzt an der Technischen Universität Ilmenau gegangen. Mittels „Diminished Reality“ (auf Deutsch etwa „Reduzierte Realität“) lassen die Forscher dort nämlich reale Objekte aus dem Live-Videostream verschwinden. Dieses in Echtzeit zu realisieren, macht das System zurzeit weltweit einzigartig.

Weitere Infos und ein Video nach dem Break

Der Leiter des Fachgebiets Virtuelle Welten / Digitale Spiele, Prof. Wolfgang Broll, sieht zahllose Möglichkeiten, Diminished Reality in der Praxis einzusetzen: „Die Anwendungen sind so vielfältig wie die Wirklichkeit. Wir alle kennen das Problem, dass wir zunehmend mit Reizen und Informationen überflutet werden. Diese Technologie ermöglicht es jetzt erstmals gezielt, visuelle Eindrücke zu reduzieren. Dies erlaubt uns, sich auf die wichtigen Dinge zu konzentrieren und fehlenden Platz für Neues zu schaffen“.

So könnte die Technik z.B. auf einem Tablet-PC (Videokamera vorausgesetzt) die bestehende Möbilierung der eigenen vier Wände „ausradieren“ und durch den geplanten Möbelkauf ersetzen. Oder etwa die geplante Renovierungsmassnahmen direkt über das abbruchreife Haus legen, dass jetzt noch an dieser Stelle steht. Eine ideale Entscheidungshilfe.

Die Kennzeichnung der jeweiligen Objekte ist relativ simple zu erledigen, wie nachfolgendes Video zeigt. Das Berechnen des Ergebnisses dauert wenige Millisekunden. Bei ständig zunehmender Rechenleistung  rechnet man in Ilmenau damit, Diminished Reality schon in wenigen Jahren auch in Smartphones bereitstellen zu können. Im professionellen Bereich bieten sich als Ausgabegeräte natürlich auch Head-Mounted-Displays in Form von Datenbrillen an.

Nachfolgendes Video zeigt die Funktionsweise sowie die dahinter liegende Technik recht anschaulich. Man darf gespannt sein, wann es die Diminished Reality aus dem Labor in die freie Wildbahn unseres Gadgets-Alltags schafft.

Bildquelle: ToastyKen

Geschrieben von qnoo \\ Tags: , , ,

3 Kommentare zu “Less is more – Diminished Reality”

David sagt:

Was ist denn aus dem Web-TV-Format geworden? Die ersten Folgen haben sehr viel Lust auf mehr gemacht, aber im iTunes-Feed herrscht seit Juni trauriges Schweigen.. Gibt’s dazu Neuigkeiten? Beste Grüße aus Potsdam!

qnoo sagt:

Danke für das Lob. Wir sind dabei, eine neue Folge zu produzieren. Abgedreht ist schon – die Postproduktion dauert aber noch ein klein wenig… ;)

Diminished Reality zeigt weniger als die Reatität - Netzlogbuch sagt:

[...] trendpiraten.tv Diminished Reality, Live, Technologie, Video 29. Oktober 2010von Matthias Zellmer [...]

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