11. Januar 2010 - 17:55 Uhr

Samsung
Die Mannschaft aus Seoul hielt sich in diesem Jahr mit atemraubenden Produkthighlights auffallend zurück. Entweder hebt man sich die “Aaahs” und “Ooohs” für andere Veranstaltungen wie die MWC auf oder hat einfach nichts Spannendes zu berichten. In die Rubrik semi-spannend könnte man das W9600 packen, ein Handy mit Miniprojektor ähnlich dem letztjährig vorgestellten W7900. Eben dieser Minibeamer projeziert Videos, Fotos und die Bedienoberfläche in WVGA-Auflösung auf Wände oder andere Personen. Das Ausstattungspaket wird durch ein ultrabrillantes AMOLED-Display und eine 5-Megapixel-Kamera abgerundet. Da es sich bei dem Gerät um kein Businesshandy handelt – wo eine Kamera im Zusammenspiel mit einem mobilen Powerpoint noch begrenzt Sinn machen würde – ist fraglich, ob das Handy so jemals auf den Markt kommen wird. Die mögliche Zielgruppe könnte recht klein sein.
Ebenfalls neu am Start ist das Samsung Moment – ein Smartphone mit Android OS und Mobile TV-Funktionalität. Zum Einsatz soll hierfür auf dem US-Markt das frisch vom Advanced Television System Committee (ATSC) als Standard bestätigte System Mobile DTV kommen. Erste Feldversuche mit der Technik starten im Frühjahr in verschiedenen US-amerikanischen Großstädten. Ob man das in Deutschland kaum genutzte Mobile TV-Angebot im Rahmen der kommenden Fußball Weltmeisterschaft in einem neuen Anlauf mit neuer Hardware zu befeuern versuchen wird, ist hingegen nicht bekannt.

Motorola
Bereits totgesagt, meldet sich Motorola lautstark zurück. Vor ein paar Wochen rief man mit dem Android-Handy Milestone (in den USA als Droid vertrieben) das Ende des Totentanzes aus. Und tatsächlich kam das Smartphone bei Presse und Käufern besser an, als jedes andere Handy, das von Motorola nach dem seinerzeit bahnbrechend flachen Klapphandy Razr auf den Markt geworfen worden war. Auch das nun vorgestellte Backflip soll dem US-Gemischtwarenladen aus der Bedeutungslosigkeit innerhalb des Mobilesegments heraushelfen und setzt ebenfalls auf Android 1.5 als Betriebssystem. Während technische Eigenschaften wie 5-Megapixel-Kamera und WLAN heutzutage Smartphone-Selbstverständlichkeiten sind, ist der Formfaktor bislang ungesehen: Backflip bietet eine vollständige Tastatur, die nicht wie bei den Slider-Kollegen unter dem Display verschwindet, sondern hervorgeklappt wird. Im zusammengeklappten Zustand stellt die Tastatur zusammen mit der Kameraoptik die Rückseite dar. Wie sich diese Rückseite so im Zusammenspiel mit Kleingeld und Schlüssel in der Hosentasche schlagen wird, wird wie der anvisierte Verkaufspreis und der angepeilte Verkaufsstart in Deutschland abzuwarten sein.

HTC
Wenig weltbewegendes bei HTC unter eigener Flagge: Während man sich bislang auf Smartphones im mittel- bis hochpreisigen Segment beschränkte, versucht man nun mit dem Touchscreen-Handy HTC Smart auch jüngere und/oder weniger kaufkräftige Handynutzer für sich zu begeistern. Wie bei Einsteigerhandys üblich sorgt die Technik und der damit verbundene Funktionsumfang nicht unbedingt für ein anerkennendes Raunen und Staunen. Doch dürfte das Smart ersten Präsentationen zu Folge genau das prima leisten, für das sich viele ein Handy kaufen: Vernünftige Telefonie und flüssiges Tippen von SMS über den angenehm reaktionsfreudigen, resistiven 2,8″-Touchscreen. Dass das Gerät dann auch noch menschenwürdiges, mobiles Surfen im Netz zulässt, dürfte ein angenehmer Nebeneffekt sein.

Dell
Der PC-Hersteller führte den Messebesuchern (noch einmal) sein Smartphone Mini 3 vor. Gefälliges, wenngleich nicht unbedingt revolutionäres Gehäuse mit einem zeitgemäßen, aber auch nicht bahnbrechenden Innenleben. 3,5″ Touchscreen mit 640×360 Pixel Auflösung, 3-Megapixel-Autofokuskamera, microSD-Karten-Unterstützung und GPS sind die Leistungsdaten. Der Erscheinungstermin ist das 1. Halbjahr 2010. Mehr muss dazu nicht mehr gesagt werden.

Die Anderen
Während Nokia, Sony und Co. mit Berichtenswertem geizten, hatten unübliche Verdächtige etwas zu zeigen: Synaptics hatte mit dem Fuse ein Concept Phone im Gepäck, das ein multisensorisches Bedienerlebnis verspricht. So ist nicht nur der kapazitive Touchscreen für Multi-Touch-Gesten empfänglich, sondern der bunte Taschenkommunikator erfreut auch mit einer 3D-Bedienoberfläche, haptischem Feedback sowie Kraft-, Druck- und Näherungssensoren. Einen unerwünschten Anruf wegzudrücken könnte in Zukunft entsprechend etwas anderes Bedeuten als auf eine Taste zu drücken. Zum MWC im Februar will der Spezialist für Human Interface-Interaktionen das finale Modell mit fertiggestelltem User Interface präsentieren.
Eine neue Nutzungserfahrung verspricht auch das First Else, ein Mobiltelefon des israelischen Herstellers Else (ehemals Emblaze Mobile), das als Betriebssystem die Access Linux Plattform (ALP) nutzt. Neben der ungewohnten User Interface-Optik soll sich das Handy ganz easy mit einem Daumen bedienen lassen. Nutzt man gerade den Musikplayer und erhält eine SMS, schiebt sich beim Öffnen der Textnachricht der Player in eine Ecke des Screens und ist weiterhin nutzbar. Else und ALP sehen bereits jetzt vielversprechend aus, doch wird bis zum Erscheinen gegen Ende des zweiten Quartals 2010 noch einiges Wasser den Rhein runter rauschen, so dass noch einige der vorgestellten Funktionen beschnitten werden könnten. Wir behalten die Augen offen.

Was hälst Du von der diesjährigen CES-Handy- und Smartphone-Riege? Welches Handy würde all Deine Wünsche befriedigen? Teile Deine Meinung mit der Trendpiraten-Redaktion und anderen Lesern. Gibt doch genau dafür diese schöne Kommentarfunktion direkt unterhalb dieses extralangen Artikels…

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1 Kommentar zu “CES 2010-Highlights (Teil 1): Handys und Smartphones”

Marcel Winter sagt:

Ich finde das Handy von google sehr interessant und werde es auch kaufen wenn es so weit ist.
Ich habe auch noch eine interessante informationsquelle gefunden: http://www.NexusOne.de
Auf der Seite habe ich viele informationen gefunden.

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