
Ein leuchtendes Beispiel: AMOLED-Display im Einsatz.
In den Trendpiraten-Blogeinträgen geht es mitunter sehr technisch zu. Artikel können vor Fachtermini zu Funktionalitäten strotzen, die zwar toll klingen mögen, deren Bedeutung sowie der bezeichnete Nutzwert jedoch nicht jedem auf den ersten Blick einleuchten. Trendpiraten wird daher bestimmte Technologien näher vorstellen, die versprechen mehr als nur ein Hype zu sein. Den Anfang wollen wir mit AMOLED machen, einer Displaytechnik, die aktuellen Mobiltelefonen zu einer ungekannten Darstellungsqualität verhilft.
Das Samsung S8300 UltraTOUCH hat es genauso wie das S7220 UltraClassic, das I8910 HD und das M7600 BeatDJ aus gleichem Hause. Das gilt auch für kommende Mittel- und Oberklasse-Handys der Südkoreaner sowie (wahrscheinlich) auch für das kommende Sony Ericsson-Flagschiff Satio und sogar für bereits angekündigte Handys und Fernseher des zweiten koreanischen Elektronikriesens LG. Die Rede ist – bei der obenstehenden Überschrift und der Einleitung nur durch Menschen mit Aufmerksamkeitsdefiziten etwas schwerer zu erraten – von AMOLED-Displays. AMOLED ist die Abkürzung für „Active Matrix Organic Light Emitting Diode“ und lässt sich entsprechend etwa mit „Organische Leuchtdioden mit Aktivmatrix“ übersetzen. Vereinfacht ausgedrückt handelt es sich dabei um elektronische Bauelemente, bei denen organische LEDs beim Anlegen einer Spannung zum selbstständigen Leuchten gebracht werden.
Die OLEDs sind aus mehreren organischen Schichten aufgebaut, bei denen elektrisch aufgeladene Teilchen zwischen einer Kathode (Metall oder Legierung) und einer Anode (beschichtete Trägerscheibe, meist aus Glas) hin- und her driften und in einer sogenannten Emitterschicht, die Farbstoffe enthalten, aufeinandertreffen. Je nach Art des Zusammentreffens werden die Teilchen elektrisch angeregt und so zu einer Lichtquelle. Die molekularen Teilchen, die den einzelnen Dioden zugrunde liegen, lassen sich chemisch so aufbauen, dass sie Licht in ganz speziellen Wellenlängen – also Farbe – aussenden. Ob eine Farbe nun erstrahlt oder nicht, hängt vom Energieabstand zwischen angeregtem und Grundzustand ab, der gezielt verändert werden kann.
Die Schichten eines AMOLED-Displays im Überblick:

Grafik: Vereinfachte Darstellung der funktionalen Displayschichten am Beispiel des Samsung I8910 HD; (c) Samsung
Diese OLEDs können sehr klein produziert werden und im Viererverbund ein Einzelpixel eines Displays bilden. Dafür wird ein Gitter aus Zeilen und Spalten mit OLED-Reihen aufgebaut. An den Kreuzungen entstehen dann die leuchtenden OLED-Pixel. Steuert man diese Pixel mit einem integrierten Schaltkreis an, können bewegte Bilder erzeugt werden. Dieser Schaltkreis wird bei AMOLED-Displays durch eine Aktiv-Matrix realisiert, die dafür sorgt, dass jedes Bildpixel über eine eigene Stromverbindung angesprochen werden kann.
Das Selbstleuchten stellt den wesentlichen Unterschied zu den kristallinen Flüssigkristallen dar, die in herkömmlichen Handybildschirmen zum Einsatz kommen: Die LCs sind letztendlich nicht viel mehr als farbige Filter für Licht und benötigen daher eine zusätzliche Hintergrundbeleuchtung.
Ok, die Technik zur Farb- und Lichterzeugung unterscheidet sich bei diesen Displaystypen also voneinander. Aber was bedeutet das für den Nutzer? Der deutlichste Unterschied wird bereits beim Direktvergleich eines Gerätes mit AMOLED-Displays gegenüber einem LCD deutlich: Das Bild ist deutlich kontastreicher und liefert eine brillante Darstellung von satten Farben und tiefen Kontrasten. Und neben der deutlich besseren Bildqualität punkten AMOLED-Displays mit einer Reihe von physikalischen Eigenschaften, die Einfluss auf Faktoren wie Design, Energieeffizienz und Temperaturverhalten haben.
Vorteile im Überblick:
1. Hoher Kontrast für schärfere Bilder
AMOLED-Displays bieten ein wahrgenommenes Kontrastverhältnis von 10.000:1. Zum Vergleich: TFT-LCD-Displays zeigen Kontrastwert von gerade mal 300:1 – beinahe schon ausgebleicht aus. AMOLED-Displays gewährleisten folglich perfekte Kontraste und einen extrem scharfen Bildeindruck.
Dieses enorme Kontrastverhältnis lässt sich nicht messen, sondern nur durch eine optische Täuschung so wahrnehmen – durch den sogenannten „Bartleson-Breneman-Effekt“. In der Wahrnehmungspsychologie wurde festgestellt, dass Objekte, die vor einem hellen Hintergrund platziert sind, heller erscheinen als sie tatsächlich sind – auch der Kontrast wird als größer wahrgenommen. Auch die wahrgenommene Leuchtkraft ist mit 100-150 cd/m2 (Candela) stärker als bei LCD-Displays und gewährleistet so eine hervorragende Ablesbarkeit selbst bei direkter Sonneneinstrahlung.
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1. Juli 2009 um 15:50 Uhr
Hallo!
Schöner Beitrag über AMOLED. Ich glaube so gut erklärt bekommen kriegt man das selten hier im Netz :) Sogar mit Bildern und “lebenden” Beweisen.
Wir berichten in unserem Blog öfter mal über neue Modelle mit AMOLED-Technologie. Dazu haben wirhier auch etwas über das Samsung i8910 HD geschrieben. Bei Interesse einfach mal vorbeischauen.
Liebe Grüße
Andrea Berger
2. Oktober 2009 um 11:11 Uhr
“durch den sogenannten „Bartleson-Breneman-Effekt“. In der Wahrnehmungspsychologie wurde festgestellt, dass Objekte, die vor einem hellen Hintergrund platziert sind, heller erscheinen als sie tatsächlich sind – auch der Kontrast wird als größer wahrgenommen.”
das widerspricht sich. objekte, die vor einem hellen hintergrund platziert sind, werden immer DUNKLER wahrgenommen, als sie tatsächlich sind. dann ergibt der nachfolgende satz mit dem erhöhten kontrastempfinden auch sinn, denn: helles objekt vor hellem hintergrund=wenig kontrast, dunkles objekt vor hellem hintergrund=hoher kontrast.
viele grüße.
Frantic