05. Juni 2009 - 18:20 Uhr
Mini zum großen Preis: Die "PSP Go" soll ab 1. Oktober für 250 Euro erhältlich sein.

Mini zum großen Preis: Die "PSP Go" ab 1.Oktober für 250 Euro erhältlich.

Gestern ist sie zu Ende gegangen, die Electronic Entertainment Expo, kurz E3. Was hat sie gebracht, die größte Spielemesse der USA? Softwareseitig eine Reihe von Spielankündigungen und -bestätigungen sowie – wie für diese Messe üblich – einen ganzen Stoß Trailer zu den potentiellen Blockbustern des Weihnachtsgeschäfts und des kommenden Jahrs. Auf der Hardwareseite gab es Konkurrenzantworten zu Nintendos Wiimote, Unausgegorenes und Neuvorstelllungen, für die sich erst passende Zielgruppen finden müssen. Trendpiraten zeigt die Highlights der zweitägigen Zockermesse.

Minis, Spiele und Bewegungssteuerung bei Sony

Ein ganzes Heer an Journalisten war zu Sonys offizieller Pressekonferenz geströmt, schließlich kursierten Gerüchte, dass Sonys Konsolenflagschiff ein Update als “PS3 Slim” widerfahren solle. Doch am Ende der langen Präsentation des Sony Computer Entertainment America-Bosses Jack Tretton war klar: der Konsolenflachmann kommt (erstmal) nicht, dafür aber das geschrumpfte Update der Hosentaschenkonsole Playstation Portable. Die “PSP Go”, so der Name des mobilen Spieleautomats, der Kaffee in Pappbechern assoziiert, muss mit einem kleineren Screen auskommen (3,8″ statt 4,3″) und verbirgt nun seine Tasten und Steuerhebelchen unter einem Schieber. Wurde die Ur-PSP und ihr im Hinblick auf das Display verbesserter Nachfolger PSP-3000 noch als Kombi aus portablem Spiele- und Filmabspieler vermarktet, scheint diese Zweitverwertung inzwischen nicht mehr so wichtig zu sein: Das Videoschauen auf dem kleineren Display ist jetzt in Handydimensionen gerückt und das UMD-Laufwerk wurde wegrationalisiert. Nutzer sollen sich nun Spiele und Filme per WLAN oder Bluetooth in den üppig dimensionieten Flashspeicher laden. Softwareseitig soll der Launch des Minis im Herbst mit PSP-Versionen der Sony Erfolgstitel “Gran Turismo” und “Little Big Planet” unterstützt werden.

Wenn schon nicht über ein Konsolenfacelift, so können sich PS3-Fans zumindest über die Ankündigung neuer Exklusivtitel freuen, wie z.B. “Agent” von den GTA-Machern Rockstar Games sowie über das malerisch schöne “The Last Guardian”, den Abschluss der auf der PS2 gestarten Reihe aus “Ico” und “Shadow of the Collosus”.

Bewegungssteuerung liegt im Trend, das wissen Konsolenhersteller spätestens seit dem Überraschungserfolg von Nintendos technisch schwachbrüstiger Wii. Sonys Versuch in dieser Hinsicht, dem PS3 Controller über einen Lagesensor entsprechende Bewegungsfunktionen mit auf den Weg zu geben, wurden in Spielen bisher nur zögerlich genutzt oder waren – wie im Factor 5-Spiel “Lair” – total vermurkst. Nun will Sony mit einem eigenständigen Bewegungscontroller neue Wege beschreiten, doch waren Sonys Marketing Leute offensichtlich schneller, als Sonys Ingenieure: Auf der E3 gab es nur einen frühen Prototypen zu sehen. Vor 2010 sollte mit dem neuen Controller daher niemand ernsthaft rechnen.

Ein Video dazu aus Sonys Pressekonferenz im Anschluss:


Quelle: Gametrailers.com

Fuchteln vor der Kamera: Microsofts Antwort auf EyeToy

Um neue Steuerungskonzepte ging es auch bei Microsoft. Unter dem spannenden Namen “Project Natal” wurde eine 3D-Kamera für die Xbox 360 vorgestellt, welche durch Berechnung von Informationen der Farbkamera, eines Infrarotsensors und eines momochromen CMOS-Sensors, Bewegungen des Spielers exakt erfassen können soll. Ob die Spiele dadurch packender werden als die Partyeinlagen, die Sony mit dem ebenfalls mit einer Kamera arbeitenden System “EyeToy” bundelt, bleibt abzuwarten. Jedenfalls konnte eine Technikdemo des Spielegurus Peter Molyneux (“Populous”, “Black & White”) die anwesenden Pressevertreter begeistern. Ein Avatar namens Milo reagierte dabei verblüffend genau auf einen Spieler, dessen Mimik und von ihm vor die Kamera gehaltene Gegenstände und Bilder. Molyneuxs Auftritt gibt es im anschließenden Video zu sehen:


Quelle: Gametrailers.com

Weitere richtige Highlights konnten – ausser einer neuerlichen Erinnerung an das vielversprechende, Xbox 360 exklusive Gruselspiel “Alan Wake” – bei den Redmondern nicht ausgemacht werden.

Nintendo verblüfft mit Puls-Controller

Nicht nur am Puls der Zeit: Nintendos Controllererweiterung mit Pulsmessung

Nicht nur am Puls der Zeit: Nintendos Controllererweiterung mit Pulsmessung

Wo Sony und Microsoft nur mit Reinkarnationen bereits bekannter Controller von sich reden machten, präsentierte der Urheber des neuen Bedienkonzeptebooms eine neue Steuergeräterweiterung: den Wii Vitality Sensor. Dabei handelt es sich um ein Pulsmessgerät, das auf den Finger des Spielers aufgesteckt und mit der Wiimote verbunden wird. Da nun die Anspannung und Entspannung des Zockers zu messen ist, sollen neue Spielkonzepte ermöglicht werden – und Upgrades von Erfolgstiteln wie Wii Fit, welches in Wii Fit Plus ein pulsbezogenes Training ermöglichen wird. Ansonsten wurden x-millionste Updates der Erfolgsserien um den italienischen Klempner Mario und seinen Bruder Luigi angekündigt. Diese und andere wohlbekannte Figuren des Nintendo-Universums werden in “New Super Mario Bros” und “Super Mario Galaxy 2″ ab Spätherbst die Wii entsprechend kaufwilliger Spieler bevölkern.

Update: Die PS3 Slim wurde am 18.08.2009 anlässlich der gamescom vorgestellt.

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