
Japanischer Schüler mit seinem treuen Wegbegleiter beim alltäglichen Pendeln
Ein Smartphone in Händen kommt einem mitunter gar nicht mehr so smart vor, wenn man sich auf dem Weg eigentlich nur ein schnelles Informationsupdate holen wollte, den Großteil der Zeit aber Fortschrittsbalken beim Anschwellen zusieht. Die Bremse ist dabei in den seltensten Fällen das teuer erworbene Technikschächtelchen – die Bremse ist oft genug das Netz. Abhilfe soll nun die vierte Generation drahtloser Telefonie schaffen, die mit dem schwelgerischen Namen Long Term Evolution, kurz LTE daher kommt. Japan soll nun bereits ab 2010 in den Genuss von bis zu 100 Megabit pro Sekunde kommen.
“Mobiles Surfen so schnell wie zu Hause!” – einer der Werbesprüche, mit denen die Mobilnetzbetreiber deutschen Handynutzern den Umstieg in verheißungsvolle Welten schmackhaft machen wollten. Schnell sollte nicht nur die Datenverbindung im 3G sein, sondern am besten auch der Wechsel zur überteuert angebotenen Dienstleistung – schließlich mussten irgendwie die utopischen Ausgaben der vorausgegangenen Netzlizenzversteigerung wieder reingeholt werden. Neben dem Nutzungspreis krankte UMTS in den Anfangsjahren auch an der Netzabdeckung. Beides Probleme, die heute nahezu ausgeräumt sind, doch das Warten auf Daten hält an – auch wenn die Inhalte auf Handys nun deutlich schöner aussehen, als seinerzeit bei WAP und imode.
In Japan, einem Land mit sehr hoher Handynutzungsdichte, sieht es ähnlich aus. Aufgrund umfangreicher mobiler Angebote fürs Handy, die von Handyromanen bis hin zu mobilen Communitys und Web-TV on the Go reichen, ist der Bandbreitenhunger nahezu unstillbar. Nippons vier größte Mobilfunkanbieter treten nun an, den Hunger mit LTE zu stillen und wollen dafür über eine Billion Yen in die Hand nehmen, mehr als 7,5 Milliarden Euro.
Dieser beachtliche Berg Geld soll laut dem japanischen Wirtschafftsblatt Nikkei in den Ausbau der vierten Mobilfunkgeneration fließen. 3.9G, so der Name in Japan, startet zunächst im kommenden Jahr beim größten Mobilfunker NTT DoCoMo. Softbank Mobile, eMobile und KDD folgen 2011 und 2012. LTE ist abwärtskompatibel zu den Mobilfunkstandard GSM sowie zu WCDMA. Zudem lassen sich große Teile der bestehenden UMTS-Infrastruktur weiter nutzen.
Wie auch bei UMTS sind die angepriesenen 100 Mbit/s zunächst nur ein theoretischer Wert: Early Adopter müssen sich zunächst mit 25 bis maximal 50 Mbit/s zufrieden geben, was aber immerhin deutlich schneller ist, als derzeit die meisten Deutschen mit ihren DSL-Leitungen im Netz unterwegs sind. Die höheren Downloadbandbreiten sollen nach Expertenschätzungen erst in gut 10 Jahren erreicht werden können. Ein feines Detail, das Netzbetreiber in ihrer Werbung sicherlich zu kaschieren wissen werden.




















7. Mai 2009 um 14:11 Uhr
Von wegen 100 MBit/s!
Helmut Thoma (ex-RTL-Boss) sagt in einem Interview (netzeitung.de):
[...] Über LTE, das den heutigen GSM-Standard ablösen wird, kriegt man mobil bis zu 100 GB/sek. [...]
Da flutscht Bohlen zukünftig mit Super-Highspeed in jedes deutsche Handy rein. :-)
7. Mai 2009 um 14:15 Uhr
Mit Helmut und Dieter ist alles möglich – sogar die Aufhebung physikalischer Limitationen! ich freu mich drauf ;)
8. Mai 2009 um 09:50 Uhr
[...] wie die Trendpiraten ganz richtig schreiben: Wie auch bei UMTS sind die angepriesenen 100 Mbit/s zunächst nur ein theoretischer Wert: Early [...]