
Yes we can!
Seiten wie rottenneighbor.com oder nachbarn.1bis6.net haben es vorgemacht – auch zur guten, alten Denunzierung dient das Web im Zeitalter 2.0 hervorragend – und das im großen Stil. Beide Seiten sind zwar seit geraumer Zeit nicht mehr von Deutschland aus zu erreichen, ähnlich gemachte Mashups sprießen aber weiterhin munter aus dem Bodensatz des WWW.
Eine neue Qualität erreicht nun die Seite eightmaps.com – basiert sie doch im Gegensatz zu o.g. rein auf allgemein öffentlich zugängigen Daten und bringt diese lediglich in eine überschaubarere Form.
Was macht denn nun eightmaps.com? Hierzu erst einmal eine kleine Dosis Hintergrundwissen…
Im Mai 2008 erklärte der Oberste Gerichtshof von Kalifornien das Verbot der gleichgeschlechtlichen Ehe für verfassungswidrig und machte so den Weg für die Homo-Ehe frei. Über 18.000 Lesben und Schwule haben sich seitdem in Kalifornien das Ja-Wort gegeben. Am 4. November des gleichen Jahres jedoch kam es zu einem Gegenvorschlag, dem so genannten “Proposition 8″. Dieser erreichte bei einer Volksabstimmung die Mehrheit und die Schwulenehe wurde wieder abgeschafft.
Zahlreiche Gegner der Homosexuellen-Ehe unterstützten die vorangegangene Stimmungsmache durch Spenden und trugen so sicherlich nicht unwesentlich zum “Erfolg” der Abstimmung bei.
Soweit so gut/schlecht – davon kann man halten was man will. Da aber in den U.S.A. Spendernamen öffentlich einsehbar sein müssen, kamen die Betreiber von eightmaps.com auf die glorreiche Idee, das unübersichtliche Spendenregister mit Google Maps zu verbinden. Auf einer Google-Maps-Karte sieht man nun nicht nur den Namen und Wohnort der Spender, sondern oftmals auch die Höhe der Spende oder den Arbeitgeber des Spenders. Dies führte schon zu massiven E-Mail Beschimpfungen und sogar Drohungen durch aufgebrachte Gegner der Abschaffung der Homo-Ehe.
Sicherlich, die Website beinhaltet keine neuen Informationen, zeigt aber ganz gut, wie Schmal der Grat zwischen Meinung und Stimmungsmache im Zeitalter von Mashups und totaler Vernetzung sein kann. Würde eightmaps.com z.B. auch die Spender der Gegenseite listen, ergäbe sich direkt ein vollkommen anderes Bild auf die dargestellten Informationen. Gerade aber durch das Auslassen dieser zusätzlichen Daten bleibt nur noch eine Interpretationsmöglichkeit bzgl. der Absichten des Websitebetreibers übrig; Denunzierung 2.0
P.S. Weiterführende Informationen zur Nichterreichbarkeit von rottenneighbor.com findet man bei netzpolitik.org, die sich ausführlich mit dieses verworrenen Thema beschäftigt haben. Prädikat: lesenswert!
Bildquelle: pinknews.co.uk













