
Grünes Gewissen in Kieselfrom: Samsung Blue Earth
Samsung wird auf dem am kommenden Montag startenden Mobile World Congress Gerüchten zufolge neun neue Handys vorstellen, die mit Superlativen in den unterschiedlichsten Kategorien um die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit buhlen. Eines der vorzustellenden Geräte rüscht sich allerdings nicht durch immense Megapixelzahlen, einen wahnsinnig schnell getakteten Prozessor oder Multimedia-Features auf, sondern durch sein ausgeprägtes Umweltbewusstsein. Die Rede ist vom “Blue Earth” getauften Touchscreen-Phone mit großem Solarpanel auf dem Rücken.
Das Schlagwort der Stunde für Autoproduzenten wie auch für Hersteller elektronischer Produkte ist green. Wer nicht ökonomisch nachhaltig produziert oder wenigstens durch seine Werbung den entsprechenden Eindruck erweckt, kann gegenüber der umweltbewusst denkenden Klientel gleich einpacken. Samsung leistet seinen Beitrag mit einem Handy, das in einem PCM-Plastikgehäuse aus vollständig recyceltem Kunststoffflaschen steckt.
Das alleine lässt aber natürlich noch keinen Sigmar Gabriel dieser Welt jubeln, der “Eco”-Betriebsmodus mag ihm aber vielleicht ein flüchtiges Lächeln auf die angespannten Mundwinkel gleiten lassen. In diesem Modus wird die Hintergrundbeleuchtung gedimmt, der Screen bei Inaktivität des Nutzers schneller abgeschaltet, Bluetooth bei Funkstille gekappt und somit Energie gespart. Wie viel C02-Ausstoß der Handynutzer durch Spazieren statt Autofahren gespart hat, verrät ein eingebauter Schrittzähler (“Eco Walk”) und die gesamte Hardware ist wie das Ladegerät auf Energiesparen ausgelegt und frei von Umweltgiften.
Besitzer des “Blue Earth” aus sonnenverwöhnten Gegenden werden das Ladegerät aber sowieso häufiger im Schrank liegen lassen können: Die Solarzellen, welche die gesamte Rückseite des Handys einnehmen, sorgen für eine Neubetankung aus der größten und nachhaltigsten Energiequelle unseres Universums. Und das schönste dabei ist, das anders als sonst üblich, umweltfreundlich nicht gleich auch öde oder gar unansehnlich gestaltet bedeutet. Zumindest das dürfte die an Ästhetik interessierten Umweltminister dieser Welt frohlocken lassen.

Ein guter Tag: Wieder einmal joggend 6 1/2 Bäume geschützt.
P.S.: Zu den inneren Werten, also den für Techies so wichtigen Spezifikationen, ist noch nichts bekannt. Aber die dürften angesichts des guten Käufergewissens am Ende des Tages auch nicht mehr so wichtig sein.
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17. Februar 2009 um 08:50 Uhr
Ob das Solarpanel im Alltag was taugt bleibt abzuwarten…
Da ich mein Handy die meiste Zeit in Tasche habe. Wo nicht viel Sonne scheint ;-)
Aber es ist auf jedenfall ein guter schritt in richtung “ökonomische Technik für den Alltag”
MFG Jörg