26. Februar 2009 - 18:15 Uhr
Datenabgleich on the go: Microsoft My Phone

Datenabgleich on the go: Microsoft My Phone

Was den iPhone-Nutzern ihr MobileMe ist, soll Windows Mobile-Nutzern in naher Zukunft My Phone sein: Ein Dienst zum Synchronisieren von Kontakten, Kalender, SMS, Bildern, Videos, Klängen und so weiter vom Handy in die Cloud. Der letzte Woche auf dem Mobile World Congress vorgestellte Service startet nun als geschlossene Beta. Trendpiraten hat sie sich schon angeschaut.

Eigentlich eine tolle Sache: Ein Backup aller wichtigen Daten auf dem Handy in die Netz-Cloud. Die Notwendigkeit, eine sperrige Zusatzsoftware auf dem PC zu installieren, entfällt und bei einem Handyneukauf müssen die gesammelten Daten nicht mühsam von einem auf das andere Mobiltelefon geschaufelt werden. Eine sehr praktische Angelegenheit, sofern man in diesem Szenario ein iPhone oder ein Windows Mobile Phone (ab Version 6) sein eigen nennt. Dann kann man entweder den Datensynchronisierungsdienst MobileMe für das Apfeltelefon nutzen (für gesalzene 79 Euro im Jahr), Microhoos My Phone (kostenlos) oder bei entsprechendem Vertrauen einen der Open Source Gegenentwürfe. Trendpiraten hat sich gleich nach Ankündigung bei der geschlossenen Beta von My Phone vorregistriert und bekam heute morgen die Mitteilung, nun lostesten zu können. Was wir auch getan haben.

Installation
Getestet wurde auf einem Samsung OMNIA mit Windows Mobile 6.1. Die notwendige My Phone-Software für das Handy kann entweder über den PC heruntergeladen werden und dann per USB Kabel (oder Bluetooth oder Speicherkarte) auf das Handy gebracht werden – oder als mobiler Download. Da die Mobil-Flatrate ausgenutzt werden muss, entschieden wir uns für letztere Variante. Der Installer flutschte innerhalb von ein paar Sekunden durch das UMTS-Netz und auch das Programm selbst war sehr flott installiert. Es folgte die unvermeidliche Bestätigung von Nutzungs- und Datenschutzrichtlinien und schließlich die Eingabe einer Windows Live-ID (hier geht natürlich auch jeder Hotmail, Messenger und Xbox LIVE-Account). Fertig und installiert, alles innerhalb von etwa 1 1/2 Minuten exklusive Lesen der obligatorischen Rechtstexte.

Inbetriebnahme
Nun kann festgelegt werden, was überhaupt alles mit dem Speicherangebot in den Wolken synchronisiert werden soll. Will man zum Beispiel seine flott aus der Hüfte geschossenen Mobilvideos nicht unbedingt für die Nachwelt festhalten, können diese genau wie die in der Fußgängerzone mitgeschnittenen Klänge der Panflötenspieler von der Synchronsierung ausgeschlossen werden. “Weiter” drücken und schon wandern die Daten ins Netz und auf Microsofts verstreute Server. Die Upload-Dauer hängt natürlich von der Datenmenge und den Fähigkeiten des Handys und des Netzes ab.

Nutzung
Wer schon einmal Kontaktdaten auf dem Handy gepflegt hat, weiß, wie mühselig das sein kann. Mit richtiger Tastatur und großem Bildschirm geht das Großreinemachen im Gerümpel des Handytelefonbuchs schon wesentlich geschmeidiger von der Hand. Die Oberfläche von My Phone mit ihren zarten AJAX-Funktionen gibt ihr Bestes, den Nutzer bei der Datenbereinigung zu unterstützen. Allerdings: Für so manches braucht man unserer Meinung nach einen Klick zu viel und gerade wer Googles WebApps kennt, dem wird die Bedienoberfläche von MyPhone noch zu “internettig” vorkommen, da sie in weiten Strecken Desktopfeeling vermissen lässt. Optisch bewegt sich My Phone innerhalb der Designvorgaben der gesammten Windows Live-Produkt- und Dienstewelt und offenbart somit wenig Neues, aber auch wenig Störendes.

Fazit
Auch wenn es sich noch um eine Beta handelt, erlebten wir bei unseren Tests heute nur einen einzigen kleinen Serverhänger. Der Datenabgleich zwischen Handy und Cloud funktionierte zuverlässig und schnell und gab keinen Grund für Klagen. Sollte Microsoft dabei bleiben, den praktischen Dienst auch nach der Beta noch kostenfrei anzubieten, stellt der Dienst aus Redmond ein Pro-Argument bei der Entscheidung für das passende Handybetriebssystem dar.

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