
Geschüttelt, nicht gerührt
Beim aktuellen Mobile World Congress in Barcelona überbieten sich die üblichen Verdächtigen im Tech-Spec-Rodeo, Megapixel-Marathon und Gagdet-Grabenkampf. Es geht aber auch leiser. Und kleiner. Dass ausgerechnet in der altbackenen SIM-Karte geniale Innovationen schlummern, beweist die französische Oberthur Technologies: Sie haben dem Kärtchen einen Bewegungssensor verpasst – und bereiten somit den Boden für eine bunte Box voller Möglichkeiten.
Was bisher nur Handys mit integriertem Beschleunigungs- oder Bewegungsmelder können – nämlich auf Gesten und Drehung zu reagieren – soll bald für alle zu haben sein. Die SIM-Karten-Technologie mit dem – zumindest im Deutschen sehr doppeldeutigen – Namen „SIMSense” verspricht dieses Feature auch profanen „Sprechbriketts” beizubringen.
Spannende Sache. Es ruft jemand an, man kann gerade nicht antworten – schnell das Handy schütteln, der Anrufer wird abgewiesen und bekommt gleichzeitig eine „Sorry, geht grad’ nicht”-SMS hinterher geschickt. Oder: Der MP3-Player läuft, durch leichtes Tippen auf das Gerät geht’s in der Playlist einen Titel weiter.
Auch in Notsituationen könnte die SIMSense gute Dienste leisten: Bei abruptem Direktkontakt mit einem vagabundierenden Tanklastzug – sprich: man wird angefahren – könnte die Karte aufgrund der immensen Beschleunigung, die ihr durch den Aufprall widerfährt, einen Verkehrsunfall registrieren und umgehend eine Notruf-SMS an das nächste – durch GPS bestimmte – Krankenhaus schicken.
Die Einsatzmöglichkeiten sind nahezu unbegrenzt. Schlag mit dem Gerät auf die Tischkante: Beschwerde-SMS an den Hersteller. Herumwirbeln des Gerätes auf glattem Untergrund: Privat-Hubschrauber anfordern. Leichtes hin- und her wiegen in der Hand: SMS an den Freund – „Schatz, du wirst Papa!”
Wir sammeln noch Vorschläge und reichen sie dann gebündelt weiter an die pfiffigen Düsentriebe in Paris.












