15. Januar 2009 - 18:26 Uhr
Auch in Deutschland ohne Zuhörer? Nokias neuartiges Comes with Music-Angebot

Auch in Deutschland ohne Zuhörer? Nokias neuartiges Comes with Music-Angebot

In diesem Frühjahr (manche Quelle spricht auch vom morgigen Freitag, den 16.1.) startet Nokia sein “Comes with Music”-Angebot auch in Deutschland. Das Bundle aus Mobiltelefon und Musikdownload verspricht Millionen von legal downloadbaren Songs – und ein Flop zu werden, wenn sich die Erfahrungen aus Großbritannien hierzulande wiederholen.

Eigentlich hätte alles so schön sein können. Nokia setzte sich mit Entscheidern der marktbeherrschenden großen Musiklabels zusammen und knobelte in langen Gesprächen einen Deal aus: Jeder, der ein Handy aus dem “Comes with Music”-Programm kaufe, solle über eine spezielle Nokia Music-Website unbegrenzten Zugriff auf Musik der Labels erhalten. Der Download-Spaß finanziert sich hierbei nicht über eine Abogebühr, sondern über den Kaufpreis des Mobiltelefons. Je nach Paket erhält der Kunde so für ein oder anderthalb Jahre eine Musikflatrate und darf nach dieser Zeit nicht nur das Handy, sondern auch alle zuvor heruntergeladenen Songs behalten.

So weit das Konzept, aber leider passt sich die Realität nicht immer den Marketingwunschvorstellungen an. Die mobilen Musiktruhen lagen in den Regalen des englischen Exklusivhändlers Carphone Warehouse seit der Einführung im vergangenen Herbst wie Senkblei, so dass sich laut Musikwoche.de eben dieser Händler dazu durchrang, das Produkt-Dienstleistungsbundle deutlich günstiger an die Leute heran zu tragen. Die spezielle Musikflatrate mit Handy soll nun rund 91 Euro statt der zuvor verlangten 141 Euro kosten.

Marktanalysten machen vor allen Dingen das in England gebundelte “Comes with Music”-Handy für den ausbleibenden Erfolg verantwortlich: Das unzeitgemäß wuchtige Nokia 5310 verpackt seine Musikqualitäten in einem Gehäuse, welches sich nicht mit dem Geschmack der Massen und engen Hosen in Einklang bringen lässt.

Diesen Fehler möchte Nokia in Deutschland nicht wiederholen und legt daher lieber gleich das neue 5800 XpressMusic ins Musikpaket. Das schon vor Ewigkeiten angekündigte erste Touchscreen-Gerät der Finnen, fand den Wohlwollen des Branchenmagazins “Connect” und dürfte tatsächlich leichter Abnehmer finden als der schwerfällige Musikknochen 5300.

So weit, so gut. Wieviel der unbegrenzte Musikspaß hierzulande kosten soll, darüber schweigt sich Nokias Website noch aus. Hier wird zur Stunde nur das 5800 XpressMusic zur Vorbestellung offeriert – interessanterweise in Kombination mit einem 25 Euro Musik-Gutschein.

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Bild: nokia.de

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