
Bald alles legal?
Warner Music will Studenten auf US-Unis anbieten, für den Musikdownload von Online-Tauschbörsen zu zahlen. Und zwar in Form von einer Pauschalgebühr, die auf die sowieso fälligen Studiengebühren aufgeschlagen werden soll. Als Ausgleich will der Branchenriese auf Klagen wegen Urheberrechtsverletzungen verzichten.
Plan ist, eine monatliche Flat-Fee bis zu fünf Dollar zu veranschlagen, mit der vor allem Rechteinhaber von Musikinhalten ein faires Entgelt erhalten sollen und so die Nutzung BitTorrent- und Filesharing-Portalen quasi „legalisiert” wird.
Der US-Musikindustrieverband RIAA klagt mittlerweile seit mehr als zwei Jahren massiv Schadenersatzforderungen von US-Studierenden ein, die illegales Filesharing betreiben. Mit einem „Covenant not to sue”, also einer Vereinbarung, die Anklagen einzustellen und nicht weiter fortzuführen, soll dies nun bald ein Ende haben.
Vielleicht ist das hier wirklich mal ein guter Plan, Künstlern endlich auch die Möglichkeit zu geben, ein Stück vom BitTorrent-Kuchen abzukriegen. Denn der Musikaustausch im Internet ist nun mal schlecht bis gar nicht einzudämmen.
Entdeckt bei: futurezone.orf.at



















10. Dezember 2008 um 12:05 Uhr
Das Problem dieser Fee ist, dass die Künstler (vor allem die kleineren Bands) nichts davon sehen würden. Zumindest nicht direkt. Die würden die Majors (in dem Fall Warner) einstreichen. Daher hatte sich ja in England schon eine Musiker-Vereinigung gegründet um einen besseren Stand in entsprechenden Verhandlungen mit den Labels zu haben.
Diese Fee würde also nur den Rachen stopfen, der die Entwicklung im Internet völlig verschlafen hat und kein eigenes Business-Modell entwickelt hat.
Prinzipiell – um gegen die Illegalität zu agieren – und eben legal laden zu können, eine sinnvolle Idee. Wenn, ja wenn, die eigentlichen Künstler (Songwriter, Musiker, Sänger, etc) für ihre kreative Arbeit auch finanzielle Wertung erfahren würden – nicht nur die Labels, die als Vermarkter agieren.
Es grüsst Sven
10. Dezember 2008 um 19:01 Uhr
Warum muss ein Student eine Musik-Gebühr mit der Studiengebühr zahlen? Bekloppte Idee. Was ist wenn er gar keine Musik hört oder bereits immer gezahlt hat für Downloads…
10. Dezember 2008 um 23:27 Uhr
@Tink: Mein Reden. Die Kulturflatrate ist ein letztes Aufbäumen einer Contentindustrie, die zu lange gepennt hat, statt auf
geändertes Nutzerverhalten zu reagieren – mit dem Ziel, kartellig noch ein paar Pfründe zu sichern (für die Rente?).
Netter Artikel: http://www.neunetz.com/2008/03/17/kulturflatrate-wird-nicht-funktionieren/
Entweder: Alles nur noch per knallhartem DRM – oder: Alles für umme. Jedweder Content online frei verfügbar. Geschäftsmodelle, sodass Musiker trotzdem Geld verdienen, gibt es genug. Man muss sie nur wollen. Aber, dann bleibt ja kein Knatter für die verkoksten Label-Parties übrig ;-)
11. Dezember 2008 um 09:37 Uhr
Wow, ein toller Plan, wie man sich die Taschen füllen kann und von einer Entwicklung profitiert, die man verschlafen hat. Das ist doch einfach nur eine gigantische Abzocke!
@ Sven: Ich denke, dass gerade kleinere Bands mit Filesharing keine wirklichen Probleme haben, das diese meist eine treue Fanbasis hinter sich wissen, die sowieso lieber das Original kauft, als irgendwelche ollen MP3s, die keinen Funken Seele haben.