Guten Appetit!
Während schon seit Tagen das Gerücht in den einschlägigen Gazetten herumgeisterte, tönten heute höchst offizielle Stimmen aus Tokio, die Gewissheit brachten: Panasonic wird Sanyo Electric übernehmen. Die Giganten der Elektronikbranche werden nach dem Schlucken Sanyos zum größten Elektronikkonzern Japans – und damit gleich auch zu einem der größten der Welt. Der Umsatz der beiden Läden zusammen dürfte nach Schätzung der Financial Times bei 112 Milliarden Dollar liegen. Auch wenn der Dollar dieser Tage nicht viel mehr wert ist, als die Briefmarkensammlung des Autors dieser Zeilen, kommt da noch ein bisschen was zusammen.
Dadurch, dass bei Sanyo in den letzten Jahren nicht ganz so viel zusammen kam, war der Übernahmeversuch möglich geworden: Die Japaner hatten nach schweren Verlusten im Jahr 2006 Firmenanteile an ein Geldgeber-Konsortium unter Mitgliedschaft von Daiwa Securities SMBC, Sumitomo Mitsui Bank und eine Tochtergesellschaft von Goldman Sachs veräußert. In Zeiten, in denen die Märkte wenig bis gar keinen Profit abwerfen, fällt es Panasonic nun sehr leicht, die Shareholder vom Verkauf ihrer Anteile zu überzeugen.
Abgesehen von den Banken sieht es zur Zeit für alle Beteiligten nach einer Win-Win-Situation aus (naja, ein paar Leute bleiben sicherlich auf der Strecke. Aber wer will da schon kleinlich sein): Sanyo Electrics ist führend bei der Herstellung von Batterien wie zum Beispiel von den heißbegehrten Lithium-Ionen-Kraftspeichern. Panasonic könnte sein Know How und Do How sowie seine fantastischen Kontakte in angrenzende Branchen wie die Automobindustrie in die Verbindung einfließen lassen, um eben noch mächtiger zu werden. Ebenfalls reizvoll und entscheidungsführend für die Damen und Herren von Panasonic dürfte sein, das Sanyo stark bei der Herstellung von Solarzellen und der dazugehörigen Technik ist – ein Businesszweig, der von Panasonic bisher noch gar nicht besetzt wird.













