
Spread the word!
Einige von euch haben es sicher schon gelesen: Der 28-Jährige Blogger Nay Myo Kyaw ist zu einer Haft von 20 Jahren und 6 Monaten verurteilt worden –  nur, weil er im Zusammenhang mit den Protesten gegen Burmas Militärjunta im vergangenen Jahr in seinem Blog den Alltag in diesem Land beschrieben hat. Im Januar wurde er festgenommen. Im Sommer 2028 kommt er aus dem Knast. Dann ist er fast fünfzig.
Wie war das noch mal?
»Jeder hat das Recht auf Meinungsfreiheit und freie Meinungsäußerung; dieses Recht schließt die Freiheit ein, Meinungen ungehindert anzuhängen sowie über Medien jeder Art und ohne Rücksicht auf Grenzen Informationen und Gedankengut zu suchen, zu empfangen und zu verbreiten.«
Nay Myo Kyaw, selbst Burmese, hat in seinem Blog Nay Phone Latt nichts anderes gemacht, als sein verbrieftes Recht auf freie Meinungsäußerung in Anspruch zu nehmen. Leider kollidierte dies aber mit einem burmesischen Gesetz (“Staatslästerung”). An dem 28-Jährigen hat die Junta quasi ein Exempel statuiert, das Nachahmer abschrecken soll - allein schon aufgrund der drakonischen Strafe.
Mir stellen sich da zwei Fragen:
- Hat Nay Myo Kyaw unter seinem Realnamen gebloggt? Falls ‘ja’ – Hut ab vor seinem Mut!
- Wenn 1) nicht zutrifft – woher hat die Regierung dann seinen Namen?
blogspot.com = blogger.com = Google.
Googles Kooperation mit asiatischen Regierungen ist ja schon länger bekannt.
Eine Antwort darauf konnte ich bisher nicht finden.
Einen Vorschlag aber, wie man sein Recht trotzallem geltend machen kann – ohne Gefahr zu laufen, dafür abgestraft zu werden, möchte ich hier jenen anbieten, die möglicherweise wirklich etwas zu sagen haben (alle anderen: Bitte einfach mal die Fresse halten) – und befürchten, dass sie irgendwann das gleiche Schicksal ereilt, wie Nay Myo Kyaw:
Google hilft auch hier. Über eine einfache Suche findet man jede Menge Möglichkeiten, eine Domain für sein Blog zu registrieren - ohne dass der eigene Name irgendwo auftaucht (was sonst ja üblich ist). Um sein Blog anschliessend mit Inhalten zu füllen, benutzt man einfach einen dieser Dienste, damit nicht anhand der IP-Adresse nachvollziehbar ist, wer das geschrieben hat.
Im Prinzip ist dieses Verfahren natürlich auch für andere – weniger sinnvolle – Zwecke zu nutzen: Spamming, illegale Downloads, Nazipropaganda, sein Schläfernetzwerk füttern – you name it.
Freiheit beinhaltet per se die Option, dass man sie missbraucht. Jeder der Kinder hat, weiss das.
Das darf aber nicht dazu führen, dass man deshalb die Freiheit per se aufgibt.
Möglicherweise ist es auch (noch) gar nicht nötig, als Blogger die oben beschriebene Variante zu wählen. In einigen Ländern ist dies allerdings fast zwingend.
Und könnte selbst hier auch irgendwann vonnöten sein
Dann ist es gut, wenn man gerüstet ist.












